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Wo ist denn der Schuhlöffel?
Im Hotelalltag gibt es magic moments. Die einen gefüllt mit Glück, weil man Gäste begeistert. Andere gespickt mit einer Prise Verdutztheit, über die wir gut und gerne ein paar Tage grübeln. Neulich bat ein Gast um einen Schuhlöffel. Er hätte das ganze Zimmer durchsucht, nix zu finden.
Wir sind ehrlich: Hatten wir nicht. Und zwar ganz bewusst nicht. Wir haben auch kein Nähset am Zimmer oder eine Duschhaube. Streuartikel und Kleinverpackungen sind nicht unser Ding. Doch die Frage genügte, um uns im Spagat zwischen Gästewunsch und eigener Überzeugung wiederzufinden. Zwischen „Fehlt was?“ und „Macht doch nur Müll.“
Wir haben unseren way of living wohlüberlegt entschieden. Re-fill, re-use, re-duce. Das heißt: Wir stellen unseren Gästen lieber kostenfrei Tee, stilles oder gesprudeltes Wasser zur Verfügung (Selfservice an der Bar). Im Badezimmer gibt es keine Einzelportionen, sondern Duschgel, Shampoo oder Conditioner aus nachfüllbaren Spendern. Und beim Frühstück servieren wir Butter stückweise in Gläschen vom „großen Pack“, nicht in schillernder Silberfolie. All das ist Teil unserer Verantwortung im Umgang mit Ressourcen und Abfall. Und für uns wichtiger als „standardisierte“ Must-haves.
Wie ging es aus? Wir nahmen den Mittelweg, auf dem wir uns treu geblieben, aber im Notfall gerüstet sind. An der Rezeption gibt es nun ein paar schicke Holzschuhlöffel zum Leihen.
Eins lässt uns nicht locker: Fehlt Ihnen was am Zimmer? Das würden wir wirklich gerne wissen. Schreiben Sie uns! Dann grübeln wir drüber.